Die stärksten Marken hinterlassen Erinnerungen
Michael Frick
Studio Pona Gründer & Creative Consultant
Was ein kleines Restaurant auf Burano darüber erzählt, was gute Hospitality wirklich ausmacht.
Vor acht Jahren saß ich genau hier: In einem kleinen Restaurant auf Burano. Mit ehemaligen Kollegen, viel Lachen und diesem Gefühl von Leichtigkeit, das entsteht, wenn für einen Moment einfach alles stimmt. Ich erinnere mich bis heute an die Gespräche, an die Wärme der Menschen und an das wahrscheinlich beste Risotto meines Lebens.
Vor Kurzem habe ich diesen Ort bewusst wieder gesucht. Nicht nur wegen des Essens, sondern weil ich dieses Gefühl von damals noch einmal erleben wollte. Und tatsächlich war es wieder da. Neue Gespräche, Lachen, Ruhe und dieses stille Gefühl, für ein paar Stunden genau am richtigen Ort zu sein.
»Der wahre Luxus in der Hospitality ist nicht Perfektion. Es ist das Gefühl, an einem Ort richtig zu sein.«
Trattoria Da Romano, Burano
Foto: Michael Frick
Hospitality beginnt dort, wo Service aufhört.
Natürlich braucht ein gutes Restaurant gutes Essen. Ein Hotel braucht schöne Räume, aufmerksamen Service und Qualität. Aber das allein schafft noch keine Erinnerung.
Was bleibt, sind oft andere Dinge: Wie wir begrüßt wurden. Wie sich ein Raum angefühlt hat. Ein Gespräch. Das Licht am Abend. Eine kleine Geste.
Hospitality entsteht aus genau dieser Summe der Momente.
Und genau deshalb ist sie für mich eng mit Markenarbeit verbunden. Denn auch eine starke Marke entsteht nicht allein durch Logo, Typografie, Architektur oder Kommunikation. Sie entsteht aus dem Gefühl, das all diese Dinge gemeinsam bei einem Menschen hinterlassen.
Eine Marke wird erlebt.
Hotels und Restaurants haben etwas, wovon viele andere Marken nur träumen können: Menschen verbringen tatsächlich Zeit mit ihnen.
Sie betreten einen Raum, begegnen Menschen, essen, trinken, schlafen, sprechen und erleben Materialien, Licht, Musik und Atmosphäre.
Die Aufgabe von Markenstrategie und Design besteht deshalb nicht darin, eine schöne Hülle um diese Erfahrung zu bauen. Es geht darum, herauszufinden, welches Gefühl ein Ort hinterlassen soll – und dieses Gefühl konsequent erlebbar zu machen.
In der Identität. Im Design. In der Sprache. In den Räumen. In der Fotografie. Im Service.
»Eine starke Hospitality-Marke erkennt man nicht daran, wie konsequent ihr Corporate Design umgesetzt ist. Sondern daran, ob sich ihre Haltung in jedem Moment spüren lässt.«
Michael Frick
Creative Director, Studio Pona
Was bleibt?
Acht Jahre später weiß ich nicht mehr, was wir damals genau bestellt haben. Ich weiß nicht mehr, an welchem Tisch wir saßen. Aber ich weiß noch sehr genau, wie sich dieser Abend angefühlt hat.
Vielleicht ist das eine der wichtigsten Lektionen über Marken überhaupt: Menschen erinnern sich nicht an jedes Detail. Sie erinnern sich an das Gefühl.
Wenn ein Restaurant es schafft, dass jemand acht Jahre später durch die Gassen von Burano läuft, um genau dieses Gefühl wiederzufinden, dann hat dieser Ort etwas geschaffen, das weit über guten Service hinausgeht.
Er hat eine Erinnerung geschaffen.
Und vielleicht ist genau das die schönste Form von Hospitality.
Welche Erinnerung soll Ihre Marke hinterlassen?
Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, was Ihren Ort besonders macht – und daraus eine Marke entwickeln, die Menschen erleben, fühlen und in Erinnerung behalten.
Über den Autor
Michael Frick ist Gründer & Creative Consultant von Studio Pona. Seit über 25 Jahren beschäftigt er sich mit Design, Ästhetik, Markenstrategie und der Frage, was Marken relevant und unverwechselbar macht. Seine Leidenschaft gilt Marken mit Haltung – und der Verbindung von strategischer Klarheit, gutem Design und konsequenter Markenführung. Gemeinsam mit Studio Pona begleitet er Unternehmen dabei, ihre Identität zu schärfen, sichtbar zu machen und langfristig weiterzuentwickeln.
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Häufig gestellte Fragen zu Markenstrategie, Relevanz und Brand Design
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Eine Marke wird erst relevant, wenn sie für Menschen eine Bedeutung besitzt. Deshalb sollte Markenarbeit nicht nur fragen, wofür ein Unternehmen steht, sondern auch, wen es erreichen möchte, welche Bedürfnisse diese Menschen haben und welchen konkreten oder emotionalen Wert die Marke für sie schaffen kann.
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Bevor gestaltet wird, sollte klar sein, wofür eine Marke steht, wen sie erreichen möchte und warum sie für diese Menschen relevant sein kann. Erst auf dieser Grundlage kann ein Brand Design entstehen, das nicht nur gut aussieht, sondern eine klare Identität vermittelt.
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Wer wollen wir sein? Wen wollen wir erreichen? Welches Problem lösen wir? Was unterscheidet uns? Wofür stehen wir? Und welches Gefühl möchten wir bei Menschen hinterlassen? Die Antworten schaffen die strategische Grundlage für Positionierung, Brand Design und Kommunikation.
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Menschen verbinden Marken nicht nur mit Produkten oder Leistungen, sondern auch mit Gefühlen und Erfahrungen. Vertrauen, Sicherheit, Zugehörigkeit, Selbstvertrauen oder Fortschritt können deshalb entscheidend dafür sein, welche Bedeutung eine Marke für Menschen entwickelt.
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Wenn Gestaltung aus einer klaren Markenstrategie und einem echten Verständnis der Menschen entsteht, die eine Marke erreichen möchte. Typografie, Farbe, Bildsprache und Kommunikation bekommen dann eine Aufgabe: Sie machen Identität und Bedeutung sichtbar. Ohne dieses Fundament bleibt selbst gutes Design am Ende Dekoration.